Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
AK26: Schlaf / Hypnose
Zeit:
Samstag, 20.05.2023:
10:30 - 11:30


Präsentationen

The effect of total sleep deprivation on executive functions in athletes

Dennis Redlich

Psychologisches Institut, Deutsche Sporthochschule Köln, Deutschland

For athletes to perform at their best in sporting competitions, it is essential to reach an optimal competitive state (Lazarus, 2000). Athletes` sleep might be one aspect worth considering for an optimal competitive state since it plays a crucial role in their competition preparation and recovery strategy (Halson, 2013). It is, thus, not surprising that the quality and quantity of athletes` sleep influences their competitive performance (Bonnar et al., 2018). At the same time, recent reviews indicate that cognitive functions play a crucial role in competitive performance (Scharfen & Memmert, 2019). Especially executive functions seem to be able to explain athletic performance compared to basic cognitive functions (Kalén et al., 2021). However, research examining the influence of sleep deprivation on executive function in athletes has so far been neglected. Thus, we investigate the effect of total sleep deprivation on the executive functions of athletes in a cross-over design. Currently, we´re testing 52 athletes who will be sleep deprived for 24 hours. In order to examine the change in inhibition, cognitive flexibility, and working memory capacity, as executive functions, the athletes will perform a peripheral Stroop task, a cognitive flexibility puzzle, and a Corsi block-tapping task, respectively, the morning before and after sleep deprivation. Furthermore, we´ll control for individual recovery and stress, actual mood, as well as subjective and objective measures of sleep quality and quantity. Based on previous research, we expect a decrease in executive functioning after 24 hours of sleep deprivation, compared to the control measures after a habitual night of sleep. Furthermore, we assume that these differences will be more pronounced in athletes with high levels of perceived stress (Shields et al., 2016). Our findings will be presented and discussed regarding potential indications of how sleep deprivation affects athletic performance.


Der Einfluss von Trainingscharakteristika auf die Schlafarchitektur von jugendlichen Elite-Leistungssportlern

Patricia Frytz1,2, Dominik Heib2, Kerstin Hödlmoser2

1Universität Leipzig, Deutschland; 2Universität Salzburg, Österreich

Neben zahlreichen Funktionen wie der Stärkung des Immunsystems, der Gedächtniskonsolidierung oder der Regulation des körpereigenen Energiehaushalts, dient unser nächtlicher Schlaf auch der physischen und psychischen Erholung von den Anstrengungen des Tages (Assefa et al., 2015). Eine besondere Rolle wird dementsprechend dem Schlaf von Leistungssportler:innen zuteil: aufgrund der hohen körperlichen und mentalen Belastungen durch intensive Trainingseinheiten, Wettkämpfe und ständig hohe Leistungsanforderungen ist der Bedarf an ausreichender Erholungszeit besonders hoch (Walsh et al., 2021). Dabei spielt nicht nur die Schlafdauer eine wichtige Rolle, sondern auch eine angemessene Verteilung der Schlafstadien über die Nacht (Carskadon & Dement, 2010). Während körperliche Aktivität am Tag generell schlaffördernd wirkt und mit kürzeren Einschlaflatenzen, einem höheren Tiefschlafanteil und einer längeren Schlafdauer in Verbindung gebracht wird, können hochintensive Trainingsbelastungen aber im Gegenteil auch zu Schlafdefiziten mit längeren Wachphasen und einem geringeren REM-Schlafanteil führen (Driver & Taylor, 2000; Shapiro et al., 1981). Als weiterer Indikatoren für schlechte Schlafqualität kann ein geringer Tiefschlafanteil gelten (Barbato, 2021). Vorangegangene Studien zum Einfluss von hoher Trainingsintensität auf die Schlafarchitektur zeigten bisher uneindeutige Ergebnisse (Hrozanova et al., 2020; Knufinke et al., 2018). Aus diesem Grund zielt die vorliegende Studie darauf ab, den Einfluss des Trainings auf die subjektive als auch objektive Schlafqualität in einer Kohorte von Elite-Nachwuchssportlern präziser zu untersuchen. Es wurde postuliert, dass neben einer erhöhten subjektiven Trainingsintensität auch eine spätere Trainingsuhrzeit und eine höhere Trainingsanzahl am Tag die Wachphasen in der kommenden Nacht erhöht und den Tief- und REM-Schlafanteil verringert. Dafür wurden 53 männliche, jugendliche Elite-Mannschaftssportler (MAlter = 14.56, SDAlter = 0.68) aus den Sportarten Fußball (n = 47) und Eishockey (n = 6) über mehrere Nächte (mind. 3 Nächte pro Athlet) getestet. Subjektive Parameter zur Einschätzung der Trainingscharakteristika und der Schlafqualität wurden mittels täglicher Schlafprotokolle abgefragt, während die objektiven Schlafparameter über Aktigraphen und Herzratenvariabilitäts-Messgeräte erhoben wurden. Die Schlafstadienbestimmung erfolgte über einen Algorithmus, der die Klassifizierung mittels eines künstlichen neuronalen Netzwerkes auf Basis der EKG-Daten vornimmt (Heib et al., 2022). Die Ergebnisse der Untersuchung werden im Rahmen der asp-Tagung vorgestellt und diskutiert. Mithilfe der erzielten Befunde soll ein tieferer Einblick in die Wirkzusammenhänge zwischen Trainingsbelastung und Schlafqualität ermöglicht werden, wodurch Implikationen für eine erholungsfördernde Trainingsgestaltung entwickelt werden können.



Einfluss von Gaming auf Schlaf und Stress

Kristina Klier1, André Alesi2,3, Benedict Herhaus4, Katja Petrowski4, Klara Brixius5, Matthias Wagner1

1Institut für Sportwissenschaft, Universität der Bundeswehr München, Deutschland; 2Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation, Deutsche Sporthochschule Köln, Deutschland; 3Institut für Schlaf und Regeneration GmbH, Deutschland; 4Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Deutschland; 5Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin, Deutsche Sporthochschule Köln, Deutschland

Basierend auf dem Boom der Games-Branche (Game e.V., 2022) setzt sich auch die Sportwissenschaft vermehrt mit den psychophysischen Anforderungen und Auswirkungen digitaler Spiele auseinander. Eine zentrale Forschungsfrage im Kontext von Bewegung, Spiel, Sport und mentaler Gesundheit bezieht sich auf den Einfluss von intensivem Gaming auf Schlaf und Stress. Zum aktuellen Zeitpunkt liegen nur wenige Evidenzbelege vor, jedoch deuten erste Untersuchungen auf eine verkürzte Schlafdauer, eine verminderte Schlafqualität und ein erhöhtes Stresserleben infolge intensiven Spielens (Kemp et al., 2021; Klier, Seiler, & Wagner, 2022; Lee et al., 2021; Moen et al., 2022; Palanichamy et al., 2020; Schmidt et al., 2020). So lassen sich bereits ab 60 Minuten Spieldauer unmittelbar vor dem Zubettgehen negative Auswirkungen bezogen auf die Bettliegezeit, die Schlafdauer/-tiefe sowie allgemein die Einschlaf- und Aufwachphase verzeichnen (Peracchia & Curcio, 2018) Auf Grundlage der Aufzeichnung der Herzfrequenz während des Spielens geben die die Autoren zudem zu bedenken, dass die durch eine erhöhte Herzfrequenz und reduzierte Herzfrequenzvariabilität ausgelöste innere Aufgeregtheit (vgl. Arousal im Sport) nicht nur ein akut erhöhtes Stresserleben bedingt, sondern auch das Ein- und Durchschlafen in ähnlichem Maße negativ zu beeinflussen scheint (Leis & Lautenbach, 2020). Das Ziel dieser Studie war es daher, zu untersuchen, inwieweit sich intensives Gaming in den Abendstunden auf objektive sowie subjektive Schlaf- und Stressparameter auswirkt.

Hierzu wurden an jeweils zwei aufeinanderfolgenden Abenden/Nächten im Abstand von einer Woche der Schlaf, die Herzfrequenz (HF) und Herzratenvariabilität (HRV) der Teilnehmenden (N = 33 Männer; 23,00 ± 3,53 Jahre alt) mithilfe eines mobilen EKG-Sensors (Bittum Faros Sensor) und eines Handgelenksaktigraphen (AMI Motionlogger) aufgezeichnet, mehrere Speichelproben (Melatonin und Cortisol) entnommen sowie das subjektive Empfinden erhoben. In randomisierter Reihenfolge wurde an zwei Untersuchungsabenden gegamt („League of Legends“ oder „Counter-Strike: Global Offensive“) während an den anderen beiden Abenden auf digitale Medien und Gaming verzichtet und sich der Dokumentarfilm „Unsere Erde“ Teil 1 + 2 angesehen wurde.

Die Auswertung erster Ergebnisse zeigen eine deutliche Erhöhung der HF und HRV während des Gaming verglichen mit der Kontrollbedingung. Komplementär dazu gaben die Probanden auch subjektiv eine erhöhte Müdigkeit nach dem Film Schauen an. Dies spricht für eine Aktivierung der ersten Stressachse (Sympathikus) durch das digitale Spielen. Inwieweit dieser sympathische Akuteffekt anhält bzw. die parasympathische Schlafaktivität beeinflusst, gilt es, in der weiteren Analyse der Daten zu klären. Grundsätzlich implizieren diese Erkenntnisse den bestehenden Bedarf der Aufarbeitung der Schlaf- und Stressthematik als Grundlage für einen bewussten (i. e. S. gesunden) Umgang mit digitalen Spielzeiten und -verhalten.



Having an optimal race with hypnosis: Efficient mental training with a hypnosis audio-intervention in professional Downhill Mountainbike athletes

Nina Hoffmann1, Jana Strahler2, Barbara Schmidt3

1Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Psychologie, Deutschland; 2Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Institut für Sport und Sportwissenschaft, Arbeitsbereich Sportpsychologie, Deutschland; 3Universitätsklinikum Jena, Institut für Psychosoziale Medizin, Psychotherapie und Psychoonkologie, Deutschland

Downhill Mountainbike (DMB) is an extreme sport. Mental strength is crucial for high performance outcomes as the pressure on athletes is high with only one single final run (Chidley et al., 2015). Athletes must set themselves into an individual zone of optimal functioning (IZOF) to achieve peak performance (Hanin, 2000). Hypnosis interventions help to reach this optimal mental state. In our study, we developed an audio-hypnosis intervention. During hypnosis, athletes imagined their optimal race run and the related positive feelings. With a personal post-hypnotic trigger, athletes were able to evoke the positive feelings before their next race.

We included 19 professional DMB athletes in our study who performed at two consecutive races of the IXS Downhill Cup within one week. After the first race, the athletes listened to the audio-hypnosis intervention at least once. We instructed the athletes to use the personal post-hypnotic trigger to elicit an optimal mental state in the second race. At both races, we measured competitive anxiety, self-confidence, state resilience, and flow with questionnaires and assessed heart rate variability as a physiological measure of resilience.

The data show a significant reduction of somatic anxiety from first to second race: t(17) = 3.36, p = 0.004, Cohen’s d = 0.79. Self-confidence increased slightly from first to second race: t(17) = 1.89, p = 0.04, Cohen’s d = 0.45. Subjective stress before the race decreased at the second race: t(18) = 3.33, p = 0.002, Cohen’s d = 0.76. We also found physiological evidence of increased resilience. High frequency HRV increased significantly from first to second race: t(18) = 2.64, p = 0.02, Cohen’s d = 0.61 while the LF/HF ratio (low frequencies/high frequencies ratio) decreased from first to second race: t(18) = 3.26, p = 0.004, Cohen’s d = 0.75.

Our study shows that an economic hypnosis intervention provided via audio recording is an effective method to induce an optimal performance state in professional DMB athletes. The induction of positive feelings further helps the athletes to cope with the enormous pressure associated with their sport and might generally improve mental health.